Objekte

S.K. SREM

In der Jubiläumsbroschüre des serbischen Dachverbandes „40 Jahre serbische Vereine in Wien“ (2010) wird der jugoslawische Klub SREM an 31. Stelle jener 97 jugoslawischen/serbischen Vereine gelistet, die zwischen 1970 und 2010 in Wien gegründet wurden. Der Sportklub SREM wurde bereits in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre in der Kurzgasse im 6. Wiener Gemeindebezirk initiiert. Vasilija Stegić und ihr damaliger Lebensgefährte Savica Stokin zählten zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der auch über eine eigene Tischtennis-, Kegel- und Fußballsektion verfügte. Polaroid Fotos, die Vasilija Stegić anfertigte, dokumentieren den Fußballklub des Vereins in den späten 1970er Jahren. Beliebter Treffpunkt für Fußballspiele war sonntags bei der Rustenschacherallee im Wiener Prater.

Vom ersten Lohn erworben

Vasilija Stegić kam im Januar 1973 aus Rijeka nach Wien. Sie war technische Zeichnerin von Beruf, fand in Wien aber zunächst bei der Kleiderfabrik Reiling Winfried im 6. Wiener Gemeindebezirk über die Vermittlung einer Bekannten Arbeit, bevor sie im März 1974 bei den Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetrieben als technische Zeichnerin zu arbeiten begann. Vom ersten Lohn bei der Kleiderfabrik Reiling kaufte sie sich zwei Email-Kochtöpfe. Einer davon befand sich bis vor kurzem in ihrer Wohnung in Rijeka. Die Beschriftung Siječanj 1973, die Frau Stegić nun nachträglich hinzufügte, verweist auf den Zeitpunkt ihres Erwerbs: dem Januar 1973. Frau Stegić schrieb sich damit gewissermaßen in das Objekt ein.

In guter Erinnerung

Die Textil- und Bekleidungsindustrie zählte zu jenen Wirtschaftsbranchen in Österreich, die einen hohen Grad an weiblichen migrantischen Beschäftigten aufwiesen. Ayten Keskin begann nach ihrer Ankunft in Wien im April 1964 zunächst bei einer Textilfabrik im 23. Wiener Gemeindebezirk zu arbeiten und wechselte später in eine Strumpffabrik, bevor sie bei der Firma Habig im 4. Bezirk in der Hutproduktion tätig wurde. Frau Keskin erinnert sich sehr gerne an ihre Arbeit in der Hutfabrikation. Eine Schere, die sie seit dem ersten Tag bei der Firma Habig bis zu ihrer Pensionierung in Verwendung hatte, wurde daher ein besonderes Erinnerungsstück für sie. In Absprache mit der Firmenleitung nahm Ayten Keskin die Schere als Erinnerung mit in den Ruhestand.

Für einen gemeinsamen Kampf

Diese Plakette wurde anlässlich der 20-Jahr Feier von "ATIGF – Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich" an Vereinsmitglieder verliehen. ATIGF wurde im Jahre 1986 unter Beteiligung von Vereinen in Wien, Innsbruck, Linz gegründet. Der Verein setzt sich für die Rechte der Migrant_innen ein. Unter anderem organisierte ATIGF den "Langen Marsch gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländergesetze" von Bregenz nach Wien im Jahre 1987. ATIGF organisierte aber auch Aktionen in Österreich gegen den Militärputsch in der Türkei 1980. Auf der Plakette steht „25 Jahre Kampf - 20 Jahre ATIGF. Wir haben gemeinsam gekämpft - für einen gemeinsamen Kampf“

Arbeitszeugnis

Von einer Ziegelfabrik angeworben kam der Gastronom Mehmet Ali Sel 1965 von Istanbul  nach Österreich. Wenige Monate später versuchte er ohne Erfolg in Holland und Deutschland Fuß zu fassen. Nach Wien zurückgekehrt begann er bei der Firma Henkel zu arbeiten, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Die Kopie seines Dienstzeugnisses rahmte Herr Sel ein, fügte ein Foto von sich und das rote Firmenlogo hinzu und hängte es in seiner Wohnung auf. Mehmet Ali Sels Wunsch, auch in Wien ein Kaffeehaus zu betreiben, blieb unerfüllt.

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