Unterstützung im Dickicht der Bürokratie

Eine Schreibmaschine der Marke IBM als letztes verbliebenes Büroinventar der Ausfüllhilfe und Beratung von Jedinstvo – Servis Kluba Jedinstvo –, die 1972 in der Salmgasse 15 im 3. Wiener Gemeindebezirk, vis á vis der jugoslawischen Konsulatsabteilung, eröffnet wurde. Fünf Tasten der Schreibmaschine wurden ausgetauscht und mit den im Serbokroatischen benötigten Schriftzeichen Ć, Č, Đ, Š, Ž ersetzt. Gegen Bezahlung wurde in der Servicestelle Hilfe beim Ausfüllen behördlicher Schriftstücke angeboten. Dort suchten jugoslawische Staatsbürger_innen Unterstützung, wenn sie zum Beispiel einen Antrag auf Passverlängerung beim Konsulat zu stellen hatten, Vollmachten aufzusetzen waren oder die Geburt eines Kindes zu melden war. Zeitzeug_innen erinnern sich, dass an manchen Tagen bis zu 300 Personen Schlange standen, um die Dienste des Service-Zentrums in Anspruch zu nehmen. Das Büro verfügte über zwei bis drei Angestellte und wurde 1986 geschlossen. Foto: © Wien Museum, faksimile digital, Birgit und Peter Kainz.