Unterstützung in allen Lebensbelangen

Eine Büromappe in grauer Farbe. Auf dem Etikett am Rücken wurde unter anderem Folgendes notiert: „Aufenthalts-, Staatsbürgerschafts- und Fremdengesetz bis 1995“ sowie „ALT“. Im Inneren finden sich Notizen, Gesetze und Verordnungen sowie Informationsmaterial. Die Mappe stammt aus dem Archiv von Peregrina – Beratungs-, Therapie- und Bildungszentrum für Immigrantinnen, das 1984 unter dem Namen „Verein solidarischer Frauen aus der Türkei und aus Österreich“ in Wien gegründet wurde. Laut den ersten Vereinsstatuten bestand der Zweck des Vereins in der „Betreuung und Beratung von Frauen aus der Türkei sowie deren Familienangehörigen in sozialen, beruflichen und kulturellen Belangen“. 1986 konnten erstmals öffentliche Fördermittel für das Beratungs- und Betreuungsangebot lukriert werden, das bis dahin durch ehrenamtliche Arbeit ermöglicht worden war. Nachdem immer mehr Frauen unterschiedlicher Herkunft das Beratungsangebot beim Verein in Anspruch nahmen, wurde dieses in den Folgejahren auf Migrantinnen unterschiedlichster Herkunft ausgeweitet und zunehmend professionalisiert. Peregrina war eine von mehreren selbstorganisierten Beratungsorganisationen mit muttersprachlichen Mitarbeiter_innen, die im Verlauf der 1980er Jahre in Wien entstanden, um den großen Bedarf an rechtlicher, sozialer und bildungsbezogener Beratung abzudecken. Zu Beginn der 1980er Jahre hatte die Nachfrage nach Beratung aufgrund der Familienzusammenführung und der steigenden Arbeitslosigkeit unter Migrant_innen immer mehr zugenommen. Foto: © Wien Museum, faksimile digital, Birgit und Peter Kainz.