Tschuschi

Originalzeichnungen vom Comicstrip Tschuschi, der 1991 in der sozialistischen Wochenzeitung Salto erschienen ist. Aus dem Besitz seines Erschaffers Hakan Gürses. Tschuschi ist männlich, unbestimmten Alters, vielleicht zwischen  Mitte 20 und Mitte 30. Er ist, so erfahren die Leser_innen, „ein Ausländer zweiter Generation ...einer, dem man seine Herkunft ansieht (er ist in Österreich geboren...)“. In 23 Folgen erzählt Gürses von Tschuschis Alltag in Wien: Tschuschi auf Wohnungssuche, bei der Arbeit, gemeinsam mit seiner Liebsten, auf Besuch bei den Eltern, unter Freund_innen. Gürses macht nicht nur die offensichtlich rassistischen Parolen in Wahlkampfzeiten in seinen Karikaturen pointiert zum Thema, sondern auch jene Rassismen, die Tschuschis Alltag in Wien begleiten und die zum Großteil bis heute strukturell verankert sind: etwa im österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetz oder im Ausschluss von Migrant_innen vom Wahlrecht. Die Qualität des Comicstrip Tschuschi liegt nicht nur im Witz und der Ironie, mit denen er gesellschaftliche Verhältnisse auf den Punkt bringt, sondern auch darin, dass der Zeichner sich nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft abarbeitet, sondern auch den Alltagsrassismus in der Mitte der Gesellschaft und links davon zum Thema macht. Für eine detailliertere Info siehe Vida Bakondy: Heimatkunde mit Tschuschi, in: Stimme. Zeitschrift der Initiative Minderheiten, Nr. 95/2015, 30-31.