Spezialausweis

Im Jahr 1966 wurde auf Beschluss von Österreichischem Gewerkschaftsbund und Bundeswirtschaftskammer ein spezieller Ausweis für Migrant_innen eingeführt, die sogenannte Ausländer-Arbeitskarte. Auf dieser wurde der Arbeitsort und Arbeitgeber als auch die sogenannte „sanitätspolizeiliche Unbedenklichkeit“ vermerkt. Vor Erteilung der Arbeitserlaubnis durch das Arbeitsamt in Österreich mussten sich Migrant_innen ab dem Jahr 1966 einer verpflichtenden medizinischen Untersuchung unterziehen. Der Ausweis diente vornehmlich dazu, Migrant_innen einer stärkeren Kontrolle zu unterwerfen und einen vom Unternehmen unkontrollierten Arbeitsplatzwechsel zu verhindern. Bis zum Inkrafttreten des Ausländerbeschäftigungsgesetzes von 1975 mussten Migrant_innen den Ausweis immer bei sich tragen. Das Gesetz von 1975 löste die deutsche „Verordnung über ausländische Arbeitsnehmer“ von 1933 ab, die 1941 auf dem Gebiet der Republik Österreich in Kraft getreten war.