Die Jugo-Liga

Zu Beginn der 1970er Jahre wurden die ersten Fußballmannschaften jugoslawischer Arbeiter in Wien gegründet, die rasch zu wichtigen sozialen Treffpunkten jugoslawischer Migrant_innen avancierten. Austragungsort der ersten Wettbewerbe waren zunächst die frei verfügbaren Felder bei der Floridsdorfer Brücke, später die Fußballfelder des Praterstadions in Wien. Die Zahl jugoslawischer Fußballmannschaften stieg stetig und führte 1974 zur Gründung zweier Ligen und ihrer Fusionierung 1975 in eine gemeinsame Liga, die Jugo-Liga, mit insgesamt 26 Mannschaften. Ähnliche Entwicklungen vollzogen sich in den anderen Bundesländern. Die Spiele wurden professionell vorbereitet und seit 1976 von eigens dafür ausgebildeten Schiedsrichtern aus dem Schiedsrichterverband der jugoslawischen Arbeiter_innen in Wien begleitet. Ein Spielplan der Jugo-Liga für die Saison 1977 dokumentiert diesen Aspekt Wiener Sportgeschichte. Die von Hand zugefügten Zahlen verweisen auf den Ausgang der Spiele. Die Aussage eines Zeitzeugen, Bratoljub Cuk, bringt die Bedeutung der Sportaktivitäten auf den Punkt: „... wir haben uns um den Fußball herum organisiert".