Aktuell

  • Geschichte im Rahmen

    Slobodan Jovanović, gelernter Maschinenschlosser, kam im September 1972 nach Wien. Seine erste Arbeitsstelle war bei der Firma Karl Domforth, wo er als Metallarbeiter beschäftigt war. 1973 wechselte er zum Sportgeschäft Dobias im 16. Wiener Gemeindebezirk, das 1978 mit der Firma Intersport fusionierte. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2015 war Herr Jovanović bei Intersport als Skimonteur und Fahrradmechaniker tätig. In seiner Freizeit war Slobodan Jovanović in der jugoslawischen Vereinsszene in Wien aktiv tätig, berichtete regelmäßig über das...Read more

  • Festgehalten

    „Montag 16.1. Zum ersten Mal Deutsch f. türkische Frauen – aber es kam nur eine Frau (...)“ hielt Ursula Oran-Daniel, eine der Gründungsmitgliedsfrauen von Miteinander Lernen – Birlikte Öĝrenelim, der ersten Beratungsstelle für türkischsprachige Migrantinnen in Wien, als Tagebucheintrag im Jahr 1984 fest. Das Projekt startete 1983 als Initiative des Vereins Frauensolidarität und von Studentinnen, die Nähkurse für türkischsprachige Frauen im 16. Wiener Gemeindebezirk in der Volkshochschule Ottakring anboten. Relativ rasch wurde das...Read more

  • Informationen für Arbeiter_innen aus Jugoslawien

    1973 gab die Beratungsstelle des Wiener Zuwanderer-Fonds (1010, Schottenring 25) für Arbeitsmigrant_innen aus Jugoslawien einen Stadtplan heraus, auf dem wichtige Adressen in serbokroatischer Sprache angegeben waren. Das Spektrum reichte von Gesundheits- und Finanzämtern, Arbeitnehmervertretungen, Bildungseinrichtungen bis hin zu Polizeikommissariaten und der Fremdenpolizei. Der Zuwanderer-Fonds wurde 1971 von der Stadt Wien und den Sozialpartnern (Arbeiterkammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung) mit dem Ziel gegründet, Menschen, die aus dem...Read more

  • Zum Nachschlagen

    1975 gab das Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz einen Ärzte-Sprachführer in Deutsch-Serbokroatisch und Deutsch-Türkisch heraus. Das Nachschlagewerk sollte es österreichischen Ärzten ermöglichen, sich mit Patient_innen dieser beiden Sprachgruppen zu verständigen, falls diese ihre Beschwerden nicht präzise genug in deutscher Sprache ausdrücken konnten. Zu dieser Zeit gab es kaum Ärzte, die der serbokroatischen oder türkischen Sprache mächtig waren. In Spitälern wurden manchmal Personen des Reinigungs- oder Pflegedienstes für Übersetzungstätigkeiten herangezogen, denn in diesen...Read more

  • Keine Tricks!

    Zeitungsvertreter_innen, die an die Wohnungstüren kamen, versuchten manchmal nicht nur mit Überredungskünsten Zeitungsabonnements an den Mann/die Frau zu bringen. Sie nutzten die Situation aus, dass Migrant_innen mit dieser Art der Werbung nicht vertaut und der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig waren. Migrant_innen unterschrieben daher oftmals Verträge, ohne sie tatsächlich zu verstehen, und wurden dann von den Produkten und Kosten überrascht. Marinko Culina, Mitarbeiter der Beratungsstelle des Wiener Zuwanderer-Fonds für Migrant_innen aus Jugoslawien, war oft mit dem Problem...Read more

  • Geschichtsträchtig

    „Geldbörse von Mustafa Soytarıoğlu, gekauft 1970 in Wien, verwendet bis zu seiner Rückkehr nach Adatepe/Türkei 1981; selber zugenäht, noch in Verwendung zur Aufbewahrung von Rechnungen als Erinnerung an die Wiener Zeit“, so lautet der kurze Text zu einer Geldbörse, die auf dem Cover des Ausstellungskatalogs Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration (hg. von Hakan Gürses, Cornelia Kogoj, Sylvia Mattl, 2004 Wien: Mandelbaum) zu sehen ist. Mustafa Soytarıoğlu und seine Frau Ünzile arbeiteten von 1968 bis 1981 in Österreich und wurden für die Ausstellung...Read more

  • Erinnerungskaleidoskop
  • Geschichte in Arbeit

    Unter dem Titel Geschichte in Arbeit/Tarih Inşada/Istorija u nastajanju gestaltete das Projektteam von Migration Sammeln eine temporäre Ausstellung, die am 4.12.2015 im Wien Museum zu sehen war. Die fünf Vitrinen waren nach fünf thematischen Gesichtspunkten geordnet: Objekt und Geschichte, Zuschreibung und Kritik, Subjekt und Regulierung, Netzwerk und historische Spur sowie Repräsentation und Selbsthistorisierung.  Der Inhalt der Vitrinen stellt eine Auswahl bisheriger Recherchen dar. Darüber hinaus thematisierte die Ausstellung aber auch erste Erkenntnisse aus dem...Read more

  • Spezialausweis

    Im Jahr 1966 wurde auf Beschluss von Österreichischem Gewerkschaftsbund und Bundeswirtschaftskammer ein spezieller Ausweis für Migrant_innen eingeführt, die sogenannte Ausländer-Arbeitskarte. Auf dieser wurde der Arbeitsort und Arbeitgeber als auch die sogenannte „sanitätspolizeiliche Unbedenklichkeit“ vermerkt. Vor Erteilung der Arbeitserlaubnis durch das Arbeitsamt in Österreich mussten sich Migrant_innen ab dem Jahr 1966 einer verpflichtenden medizinischen Untersuchung unterziehen. Der Ausweis diente vornehmlich dazu, Migrant_innen einer stärkeren Kontrolle zu unterwerfen und einen vom...Read more

  • Objektproduktion

    Teller von Vasilija Stegić, die 1973 aus Rijeka nach Wien kam. Von Beruf technische Zeichnerin, arbeitete Vasilija Stegić zunächst in der Textilbranche und verdiente sich nebenbei auch als Hausbesorgerin ein zusätzliches Einkommen. Den Teller schaffte sich Frau Stegić im Jahr 1974 an, als sie als Hausbesorgerin zu arbeiten begann. Eine Arbeit, die sie auch weiterführte, als sie bereits als technische Zeichnerin bei den Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetrieben beschäftigt war. Indem Vasilija Stegić ein Foto aus der Hausbesorgerwohnung in den Teller hinein montierte und ihn datierte, übernahm sie...Read more

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